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Solidarität mit Riace (12.11.2018)

In Riace hatte sich im Laufe der vergangenen Jahre eine Willkommenskultur entwickelt. Bildungsreisen von Arbeit und Leben führten in die italienische Gemeinde, um zu verstehen, was dort passiert. Nun ist der Bürgermeister Domenico Lucanco allerdings verhört und zwischenzeitlich verhaftet worden und die Geflüchteten gegen ihren Willen aus der Gemeinde deportiert worden. Die Ereignisse finden international Beachtung. Einen Überblick bietet unter anderem die Twitterseite mit dem Hashtag #riace


 

Selbstbestimmungsrecht versus Diskriminierung (29.10.2018)

Bislang haben die Kirchen bei Einstellungen oftmals die Religion zu einer Bedingung gemacht, den Job bekommen zu können. Sie handhabten das nach eigenem Gutdünken, abhängig davon, um welche Stellen es ging und ob es in dem Bereich einen Mangel an Bewerbungen gab. Das Bundesarbeitsgericht hat dem nun teilweise einen Riegel vorgeschoben und spezifiziert, wann Kirchen auf Grund ihrer besonderen Stellung Religon noch als Kriterium führen dürfen. "Zeit online" hat bei einem Arbeitsrechtexperten nachgefragt. Das Interview können Sie hier lesen


 

Zehn Jahre Finanzkrise (26.09.2018)

Expert*innen sind sich einig: Die nächste Finanzkrise kommt bestimmt – und sie wird noch heftiger als die Krise von 2008. Es wird weiter gezockt, es fehlen weiter tiefgreifende Veränderungen bei der Regulierung der Banken, Großbanken wurden nicht zerschlagen und weniger Zinsen als null Prozent kann die Zentralbank nicht nehmen, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Dabei sind heute, zehn Jahre nach der Pleite von Lehman Brothers, nicht einmal die Folgen der damaligen Finanzkrise bewältigt. Ein Artikel der Süddeutschen Zeitung zeigt auf, dass die Belastungen enorm sind und den Staat alleine in Deutschland wohl 68 Milliarden Euro kosten werden. Den Artikel können Sie hier lesen


 

Die Folgen der Krise für die Menschen in Griechenland (04.09.2018)

Griechenland ist aus dem Hilfsprogramm der Europäischen Union entlassen worden. Doch für die Kosten werden die Menschen in Griechenland noch Jahrzehnte zahlen. Und: Es waren und sind vor allem die Ärmeren, die bereits in den vergangenen Jahren zahlen mussten, vor allem dafür, dass die Kreditgeber, unter ihnen deutsche Banken, einigermaßen sauber aus der Sache herausgekommen sind. Über ein Viertel der Menschen haben keinen Job mehr und bekommen, wenn überhaupt, nur noch drastisch gekürzte Sozialleistungen. Das Gesundheitssystem liegt am Boden. Nils Kadritzke, Redakteur von "Le monde diplomatique", berichtet in einem Blog immer wieder über die griechische Schuldenkrise.


 

Kampf um Gerechtigkeit (30.08.2018)

Aboubakar Soumahoro kam als 20-Jähriger nach Italien. Zunächst musste er illegal im Land leben und konnte so leicht ausgebeutet werden. Heute ist der 38-Jährige in Italien bekannt als Kämpfer für die vielen irregulär beschäftigten Erntehelfer. Der Bericht von Regina Kerner erschien in der Frankfurter Rundschau und ist dort Teil einer Serie, die Menschen porträtiert, die sich für andere Menschen einsetzen.  Der Artikel zum Nachlesen


 

68er Lebensweisen als Materiallager des Kapitalismus (08.08.2018)

Autonomie und Selbstverwirklichung waren zwei Ideale der 68er-Bewegung. Sie führten in eine neoliberale Gegenwart, die von einem multidisponiblen Arbeitssubjekt und einer globalen Ungleichheit geprägt ist. Zu diesem Befund kommt die Autorin Ulrike Baureithel in ihrem in der Schweiz erscheinenden Wochenzeitung "Woz" veröffentlichten Artikel. Das, was damals ausprobiert wurde, wurde später sozialtechnologisch einverleibt. Den Artikel zum Nachlesen.


 

Was wäre, wenn es offene Grenzen gäbe (04.07.2018)

"Flüchtlingswelle" und schlimmer noch "Asyltourismus": Migration wird schon in der Sprache zu einer riesigen Bedrohung aufgebaut und delegitimiert. Doch was wäre, wenn es offene Grenze gäbe? Dieses Szenario hat Christoph Koch im Magazin "brand eins" aufgemacht. Seine ökonomisch geprägte Betrachtung kommt zu deutlichen Ergebnissen: Fast alle Menschen bleiben dort, wo sie heute leben. Und: Migration bedeutet mehr Wohlstand für alle. Hier der Artikel zum Nachlesen.


 

Recht und Ordnung (02.07.2018)

Die meisten politischen Parteien und Medien ignorieren rechte Gewalt. Dabei bestätigt die Bundesregierung 76 Tote durch rechte Gewalt seit 1990 alleine in Deutschland. Der ganze Komplex sei ein blinder Fleck in Geschichte und Gegenwart der Bundesrepublik, schreibt Matthias Dell in der Wochenzeitung "Freitag". Vielmehr öffneten sich Politik und Medien aktuell in atemberaubender Geschwindigkeit nach rechts. Dies bedürfe der Ignoranz gegenüber Opfern rechter Gewalt, schreibt der Journalist. Den Artikel zum Nachlesen auf der Website des Freitag.


 

Atlas der Arbeit (25.06.2018)

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat gemeinsam mit der Hans Böckler-Stiftung einen "Atlas der Arbeit" herausgegeben. Versehen mit zahlreichen Grafiken, gibt er einen guten Einblick in die Entwicklungen der Arbeitswelt. Er beschreibt zudem, welche Möglichkeiten Gewerkschaften und Zivilgesellschaften haben, die Arbeitswelt zu verändern. Die umfangreiche Broschüre kann beim DGB bestellt werden oder  als pdf auf dieser Seite heruntergeladen werden.


 

Die Einsamkeit des Daniel Ortega (25.06.2018)

Daniel Ortega war einst einer der Anführer der sandinistischen Revolution in Nicaragua. Aktuell geht es ihm nur noch um die eigene Macht.  Ein hintergründiger Bericht der Schweizer Wochenzeitung "Woz" zeichnet seinen Weg vom Freiheitskämpfer zum Unterdrücker nach.


 

Sichtweisen und Identiäten in Frage stellen (25.06.2018)

Wie kann Europas Linke den Rechtsrutsch stoppen? Mit verschärftem Klassenkampf allein jedenfalls nicht, sagt Thomas Seibert. Der Frankfurter Philosoph und Aktivist  spricht in dem Interview mit der Schweizer Wochenzeitung "Woz" über emanzipatorische Strategien, die Anpassungsfähigkeit des Kapitalismus – und unverhandelbare Positionen in der Migrationspolitik.


 

Feen in Beauvallon (10.07.2015)

Dieulefit war ein Ort für Menschen, die tödlicher Gefahr durch die Nationalsozialisten und ihre Kollaborateure entkommen mussten. Die Menschen in der französischen Kleinstadt versteckten 1.500 Menschen. In der Online-Ausgabe der Wochenzeitung ›Zeit‹ hat Tanja Stelzer  die Geschichte nacherzählt. Dieulefit ist auch Thema einer Reportage der Online-Ausgabe der Wochenzeitung ›Freitag‹. Der WDR-Hörfunk produzierte ein Zeitzeichen über den Widerstand in Dieulefit, nachzuhören hier als mp3. Übrigens führt Arbeit und Leben Bildungsfahrten nach Dieulefit durch, mehr in der Rubrik "Bildung unterwegs".


 

Widerstand gegen Zielvereinbarungen (03.04.2015)

Die im öffentlichen Dienst 2007 in einem Tarifvertrag vereinbarten Leistungsentgelte beinhalten auch die neue Methode der Zielvereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Die beiden Autoren Hermann Bueren und Stefan Konrad resümieren in einem Überblicksartikel die Entwicklung der Methode und kommen zu einem ernüchternden Ergebnis: Ob und wie Leistungsentgelte die Motivation steigern, ist nicht ersichtlich. Die Zielvereinbarungen erhöhen gar den Leistungsdruck, mit fraglichen Ergebnissen und erhöhtem Aufwand in den Einrichtungen des öffentlichen Dienstes. Abwehr und Widerstand wachsen. Grundlage des Artikels ist eine Studie von Andrea Müller und Werner Schmidt vom Forschungsinstitut Arbeit, Technik und Kultur. Der Artikel erschien zuerst in der Zeitschrift "Sozialismus", er ist nun als pdf online verfügbar im Labournet.


 

Amazon: Der Kampf um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen (08.02.2015)

Seit mehr als zwei Jahren kämpft ver.di um bessere und tariflich abgesicherte Löhne bei Amazon in Deutschland. Bis heute weigert sich die Geschäftsführung, überhaupt mit der Gewerkschaft zu verhandeln. Doch die zahlreichen Streiks zeigen bereits Wirkung: Es gab Lohnerhöhungen und ein sogenanntes Weihnachtsgeld, wenn auch viel zu wenig. Der „Zeitklau“ wurde begrenzt. Auf einer eigenen Website lässt sich der Arbeitskampf verfolgen und es finden sich dort zahlreiche Möglichkeiten, sich zu solidarisieren.


 

ver.di: Sammelband zum kirchlichen Sonderarbeitsrecht erschienen (12.04.2014)

Beschäftigte in kirchlichen Unternehmen dürfen nicht streiken, die Kirchen berufen sich auf ihre Selbstbestimmungsrecht und reklamieren auch gleich ein Sonderarbeitsrecht, den Dritten Weg, für sich. »Streik in Gottes Häusern« heißt ein neues Buch, das sich mit dieser Form des Arbeitsrechts und mit Widerstand in kirchlichen Betrieben beschäftigt. Das lesenswerte Buch versammelt Beiträge namhafter Autoren. Mehr Infos beim VSA-Verlag.

Bsirske/Paschke/Schuckart-Witsch (Hrsg.): Streiks in Gottes Häusern, 216 Seiten, VSA-Verlag, Hamburg 2013, 14,80 Euro


 

Das Buch zum Film: Work hard play hard (19.08.2013)

Der Dokumentarfilm »Work hard play hard« räumte Preise ab, und wurde in seinem Erscheinungsjahr 2012 ein Publikumserfolg in den Kinos und im Fernsehen. Der Erfolg überraschte, zeigt der Film doch neue Formen der Arbeitsorganisation und die Auswirkungen neuer Managementmethoden auf die Beschäftigten. Erfreulich: Offenbar ist die sich verändernde Arbeitswelt von breitem Interesse, auch wenn die Veränderungen selber gar nicht positiv sind.

Nun ist im Schüren-Verlag das gleichnamige Buch zum Film erschienen. Es bietet zahlreiche Hintergrundmaterialien. Herausgeber und Autoren sind Eva Bockenheimer, Carmen Losmann, Stephan Siemens. Letzter hat gemeinsam mit Arbeit und Leben DGB/VHS im Kreis Herford auch die Burnout-Broschüre herausgegeben. Teil des sehr lesenwerten Buches ist auch ein Interview mit der Regisseurin des Films, Carmen Losmann.

220 Seiten / Paperback. zahlreiche Abbildungen, 19,90 €, ISBN 978-3-89472-852-6


 

 

Bedeutender Marxismus (08.10.2012)

Eric Hobsbawm war einer der großen Historiker. Geboren am 9. Juni 1917, verstarb er am 1. Oktober 2012. Sein wissenschaftliches Werk konzentrierte sich auf die Entwicklungen des Kapitalismus. Er selbst war Kommunist, der sich jedoch immer wieder unorthodox zeigte in seinem Denken. In seinem letzten Werk »Wie man die Welt verändert: Über Marx und den Marxismus« verteidigte er nochmals den Marxismus. ›Spiegel Online‹ hat ein biografisches Interview mit ihm geführt, es ist hier nachzulesen.


 

Es geht abwärts (24.08.2012)

Oliver Nachtway beschreibt in seinem Artikel, wie aus der Aufstiegs- eine Abstiegsgesellschaft geworden ist, zumindest für die große Mehrheit der Bevölkerung. Der Kern der Abstiegsgesellschaft liege in den Arbeitsverhältnissen, sagt der Autor des Artikels in der Wochenzeitung ›Freitag‹. Nur noch 60 Prozent der Beschäftigten arbeiten in einem Normalarbeitsverhältnis, Tendenz sinkend. Zugleich sinke der Lebensstandard nicht unmittelbar, weil viele vom Wohlstand der Eltern-Generation zehren. Aber: Mindestens die Abstiegsangst ist längst da. Nachway sagt: Der Klassenkonflikt wird immer bedeutsamer. Ein interessanter Artikel, den Sie hier auf den Online-Seiten der immer wieder spannenden Wochenzeitung ›Freitag‹ nachlesen können.


 

Studie zum Dritten Weg (11.07.2012)

Sozialunternehmen der Diakonie haben in den vergangenen Jahren verstärkt mit Ausgliederungen von Betrieben und Betriebsteilen agiert. Zu dieser Einschätzung kommt eine Forschergruppe in einer von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten qualitativen, explorativen Studie. Auch Leiharbeit ist nach Ansicht der Forscher in diakonischen Einrichtungen eine "übliche Praxis", die allerdings in letzter Zeit an Bedeutung verloren habe.

Zudem setzten viele diakonische Sozialunternehmen ihre aus dem Selbstbestimmungsrecht der Kirchen abgeleitete arbeitsrechtliche Sonderstellung offensiv ein, bestätigen die AutorInnen der Studie, die im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung von Heinz-Jürgen Dahme (Fachhochschule Magdeburg), Norbert Wohlfahrt (Evangelische Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe), Gertrud Kühnlein und  Anna Stefaniak (Sozialforschungsstelle der TU Dortmund) durchgeführt wurde. Der von den Kirchen praktizierte so genannte "Dritte Weg" werde "aktiv als Geschäfts- und Wettbewerbsstrategie genutzt, um sich gegenüber sozialwirtschaftlichen Konkurrenten durchzusetzen", schreiben die Forscher. 

Die Studie können Sie hier als .pdf herunterladen oder ansehen.