Filmtage im Kreis Herford 2026 – über denken
Die 20. Filmtage mit dem Titel “über denken” starten am 26. Oktober 2026. Wir freuen uns, auch in diesem Jahr eine Filmreihe im Capitol-Kino in Herford bieten zu können. In diesem Jahr sind es sogar sechs statt der sonst üblichen fünf Filme. Wir wünschen viele Anregungen und wo möglich auch viel Vergnügen.
Die Koordination der Filmreihe liegt bei Arbeit und Leben, beteiligt sind zudem eine ganze Reihe von Organisationen aus dem Kreis Herford. Die jeweiligen Filmpartner*innen stehen unter den Filmbeschreibungen. Die Filmpartner*innen werden ihre Vorführungen begleiten und vor Ort sein.
Wall·e – Der Letzte räumt die Erde auf (26.10.2026)

Bereits aus dem Jahr 2008, aber weiterhin aktuell, weil sich der Klimawandel nahezu ungebremst fortsetzt und die Erde damit für Menschen immer unbewohnbarer wird: Der Animationsfilm spielt in einer solchen Zukunft. Die Menschen haben die Umwelt verschmutzt, weil sie ohne Ende konsumiert haben. Die Erde ist so zu einer großen Müllkippe geworden. Die Menschen haben die Kurve gekratzt und die Erde in Raumschiffen verlassen. Zurückgelassen haben sie eine Reihe von Müllrobotern des Typs Wall·e. Nach 700 Jahren aufräumen ist die Erde aber in weiten Teilen immer noch eine Müllhalde und nur noch ein Müllroboter übrig. Der hat inzwischen ein Bewusstsein entwickelt, sucht sich Ersatzteile zusammen und findet Gegenstände, die er interessant findet und sammelt. Sein einziger Freund ist die Kakerlake Hal. Wall·e lernt sich zudem zu verlieben in eine andere Maschine, eine Roboterdame. Wall·e gilt als einer der bedeutendsten Filme des 21. Jahrhunderts. Der 98-minütige Film hat das Prädikat »besonders wertvoll«, ist Oskar-prämiert und für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeignet. Um Familien mit Kindern den Besuch zu ermöglichen, zeigen wir ihn bereits um 17 Uhr.FSK 0
Bei Interesse bietet der Filmpartner »Klimaschutzmanagement Stadt Herford« eine Schulvorführung im Capitol-Kino an. Kontakt gerne über klimaschutz@herford.de
Filmpartner*innen// Klimaschutzmanagement Stadt Herford
Das Klimaschutzmanagement der Stadt Herford unterstützt den Klimaschutz in der Hansestadt. Es beschäftigt sich mit der Reduzierung von Treibhausgasemissionen im gesamten Stadtgebiet. Im neuen Klimaschutzkonzept sind dafür sieben Handlungsfelder vorgesehen.
Montag, 26. Oktober 2026, 17 Uhr, Capitol
Gelbe Briefe (02.11.2026)

Das Drama erzählt von einem Künstlerpaar aus der Theaterszene in der Türkei, das aufgrund staatlicher Willkür und anscheinend regierungskritischer Äußerungen seine Arbeit verliert. Daraufhin muss es seine Werte hinterfragen und moralische Grenzen neu definieren. In der Folge werden die Ehe sowie die Beziehung zur jugendlichen Tochter auf eine harte Probe gestellt. »Wie gehen wir damit um, wenn wir es mit einem Regime zu tun haben, das uns daran hindert, unsere Arbeit so auszuüben, wie wir es für richtig halten, unsere Meinung so zu sagen, wie wir sie sagen wollen?« fragt Regisseur İlker Çatak.
Gelbe Briefe wurde im Februar 2026 im Hauptwettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) uraufgeführt. Der Film gewann dort mit dem Goldenen Bären den Hauptpreis des Festivals. Die Kritik ist begeistert von dem Film: die großartigen Schauspielleistungen werden hervorgehoben, Gelbe Briefe ziehe den Zuschauer ins Leben des Paares hinein, der Film sei einfühlend gedreht. Der Regisseur lasse das Publikum »ihre Angst spüren, dem Zugriff der Macht nicht gewachsen zu sein, und ihren Trotz, wenn der Kern ihres Daseins in Gefahr ist, ihre Kunst, ihre Unabhängigkeit, ihre Liebe zu ihrem Kind«, schreibt Andreas Kilb in der ›FAZ‹. FSK 12
Mehr: alamodefilm.de/filme/gelbe-briefe
Filmpartner // Arbeit und Leben im Kreis Herford DGB/VHS
Als Bildungseinrichtung veranstaltet Arbeit und Leben unter anderem Seminare für Mitarbeitervertretungen, Personal- und Betriebsräte. Darüber hinaus engagiert sich Arbeit und Leben in Projekten. www.aul-herford.de
Montag, 2. November 2026, 19.30 Uhr, Capitol
One Life (09.11.2026)

Der Spielfilm von James Hawes erzählt die Geschichte von Nicholas Winton, der kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs die Rettung von 669 überwiegend jüdischen Kindern aus der Tschechoslowakei organisiert. Der Londoner Börsenmakler trifft in Prag auf Familien, die wegen des Nationalsozialismus aus Deutschland und Österreich geflohen waren und den Einmarsch der Deutschen befürchten müssen. Er beschließt sich selbst für die Rettung jüdischer Kinder einzusetzen. Tatkräftig von seiner Mutter Babette unterstützt überwindet er bürokratische Hürden, sammelt Spenden und sucht Pflegefamilien für die nach England geholten Kinder. Viele von ihnen sind Juden, denen unmittelbar die Deportation droht. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, da unklar ist, wie lange die Grenzen noch offen sind.
Das Drehbuch basiert auf einer Biografie von Wintons Tochter Barbara über ihren Vater. In »One Life2 wird er als über Siebzigjähriger von Anthony Hopkins – im echten Leben bei den Dreharbeiten bereits 86 Jahre und weiter in Höchstform – und als jüngerer Mann von Johnny Flynn gespielt. One Life ist humanistisches Kino, spannend inszeniert und mit der Botschaft versehen, dass es möglich ist, etwas zu bewirken. FSK 12
Filmpartner*innen // Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold Die Mobile Beratung bietet Beratung, Qualifizierung und Begleitung für die Themenbereiche Rechtsextremismus und Rassismus in ganz OWL. Sie wird aus Landes- und Bundesmitteln finanziert.
www.mbr-owl.de
Volkshochschule im Kreis Herford (VHS). Als kommunales Weiterbildungszentrum bietet die VHS im Kreis Herford umfassende Möglichkeiten zur allgemeinen, politischen, beruflichen, gesundheitlichen, kulturellen und sprachlichen Weiterbildung. www.vhsimkreisherford.de
Montag, 09. November 2026, 19.30 Uhr, Capitol
Es brennt (16.11.2026)

Amal, Omar und ihr Sohn Ahmad sind eine glückliche Familie, die in Deutschland lebt. Auf dem Spielplatz treffen sie auf einen Mann namens Franz. Die Situation gerät außer Kontrolle, als Franz Amal wegen ihres Kopftuchs beleidigt und angreift. Ein Gerichtsverfahren wird eingeleitet, aber während der Anhörungen ereignet sich ein Vorfall, der das Leben der Familie komplett ändert. »Es brennt ist eine Reflexion über die tragische und zyklische Natur von Gewalt und Diskriminierung in unserer Welt«, erläutert Erol Afsin, der Regisseur, beim Filmfestival Münster. Die Erkenntnis, dass sich die Geschichte in verschiedenen Formen wiederhole, wie es die Geschichte von Amal zeigt, sei »ebenso unglaublich wie alarmierend.«
Mit seinem Spielfilmdebüt aus dem Jahr 2023 greift der Schauspieler und Regisseur Erol Afşin den Fall des rassistisch motivierten Hassverbrechens an der aus Ägypten eingewanderten Marwa el-Sherbini in Dresden im Jahr 2009 auf. Afşins Film ist jedoch keine exakte Rekonstruktion, sondern eher eine Abstraktion. Der Titel des Films ist dem jiddischen Lied »S’brent« oder »Es brennt« entnommen, das nach den antijüdischen Pogromen in Polen 1936 und 1937 geschrieben wurde und die passiven Zuschauer auffordert, das Feuer zu löschen. Ein wuchtiges 88-minütiges Langfilmdebüt, das wichtige Fragen stellt, wie weit Meinungsfreiheit gehen sollte. FSK 12
Bei Interesse bietet der Filmpartner »Fachstelle NRWeltoffen« eine Schulvorführung im Capitol-Kino an. Kontakt gerne über post@gegenrechts.info oder Telefon 05221. 275 725 -4 oder -5
Filmpartner // Fachstelle NRWeltoffen Die Fachstelle NRWeltoffen unterstützt zivilgesellschaftliche Initiativen, Institutionen & Projekte im Kreis Herford bei der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Rassismus. www.gegenrechts.info
Montag, 16. November 2026, 19.30 Uhr, Capitol
Nur noch ein einziges Mal (23.11.2026)

»Nur noch ein einziges Mal« (Originaltitel »It Ends with Us«) ist ein romantisches Filmdrama von Justin Baldoni. Der Film mit Blake Lively und dem Regisseur in den Hauptrollen basiert auf dem gleichnamigen Roman von Colleen Hoover.
Der Film erzählt die Geschichte von Lily Blossom Bloom (Blake Lively), die sich in den Neurochirurgen Ryle (Justin Baldoni) verliebt. Ryle wird jedoch körperlich übergriffig. Lily, die auch als Kind bereits misshandelt wurde, kann lange nicht erkennen, wie toxisch ihre Beziehung tatsächlich ist. Und dann taucht auch noch Atlas Corrigan (Brandon Sklenar) auf. Jetzt muss sie sich darüber klar werden, was und wen sie eigentlich vom Leben möchte – und dafür auch schwere Entscheidungen treffen. f FSK 12
Filmpartnerinnen // Arbeitsgemeinschaft kommunaler Gleichstellungsstellen im Kreis Herford / Frauen- und Mädchenprojekte im Kreis Herford
Die Arbeitsgemeinschaft kommunaler Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Herford setzt sich innerhalb und außerhalb der Kommunalverwaltungen für die Gleichstellung und Chancengleichheit von Frauen und Männern ein. Die Mitarbeiterinnen der Frauen- und Mädchenprojekte beraten und begleiten Frauen und Mädchen therapeutisch in krisenhaften Lebenssituationen.
Montag, 23. November 2026, 19.30 Uhr
Tel Aviv – Beirut (30.11.2026)

»Tel Aviv – Beirut« ist ein historisches Drama aus dem Jahr 2023. Es spielt vor dem Hintergrund des kriegerischen Konflikts im Libanon in den Jahren 1984 bis 2006. Der Film erzählt von der Reise zweier Familien aus Israel und dem Libanon, deren Schicksale durch den Krieg miteinander verwoben sind. Im Zentrum der sich über 20 Jahre erstreckenden Geschichte stehen zwei Frauen, eine Libanesin und eine Israelin, die sich inmitten des Krieges zusammenfinden und sich gemeinsam auf eine Reise begeben, um einen geliebten Menschen zu retten.
Zusammenhalt und Hoffnung im Angesicht der erschütternden Realität des Krieges: Mit »Tel Aviv – Beirut« ist der französisch-israelischen Regisseurin Michale Boganim ein intimes und zutiefst berührendes, knapp zweistündiges Kinoerlebnis gelungen – ein eindringlicher Film voll roher Kraft und großer Poesie. Die Solidarität von Frauen steht dabei gegen männliche Militärlogik. FSK 12
Filmpartner Amnesty International Gruppe
Herford Auf Grundlage der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wendet sich Amnesty International gegen schwerwiegende Verletzungen der Rechte eines jeden Menschen auf Meinungsfreiheit, auf Freiheit von Diskriminierung sowie auf körperliche und geistige Unversehrtheit. amnesty-owl.de
Flüchtlingsbegleit-Friedensgruppe Herford
Diese Gruppe hat unter anderem das Ziel, Geflüchteten bei angstbesetzten Behördengängen zur Seite zu stehen sowie
ihnen den Inhalt von Amtsdeutsch-Papieren zu erklären.
Montag, 30. November 2026, 19.30 Uhr
Film vorab: The Casting
Ein satirischer Kurzfilm über die mediale Reproduktion antiziganistischer Vorurteile. Zu einem Casting werden Sinti*zze und Rom*nja eingeladen. Doch diese entsprechen ganz und gar nicht den antiziganistischen Vorurteilen und Erwartungen des Regisseurs. Ein ernster und zugleich humorvoller Blick auf Machtverhältnisse von Willi Kubica. In Kooperation mit »Critical Film & Image Hub an der Forschungsstelle Antiziganismus«, Universtität Heidelberg.

Sehr herzlichen Dank für die finanzielle Unterstützung der 19. Filmtage im Kreis Herford an die Sparkasse Herford.