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über leben – 15. Filmtage im Kreis Herford

Wir sind wieder da!  In diesem Jahr läuft unsere Filmreihe erstmals im Universum in Bünde, Hauptstraße 6. Im Flyer haben wir irrtümlicherweise die Bahnhofstr. 72 angegeben, dort ist aber nur das Büro des Universums. Das Filmtheater ist, nicht weit davon entfernt, auf der anderen Seite der Bahnstrecke in der Hauptstr. 6.

Los geht es am 27. Oktober mit einem besonderen Film, der die Geschichte der Bünder Jüdinnen und Juden beleuchtet. Nobert Kaase hat jahrelang die Arbeit einer Arbeitgemeinschaft am Bünder Gymnasium begleitet, nun wird der Film erstmals in einem Kino gezeigt.


Die Vorführungen finden im Saal des Universum statt, der untere Teil ist barrierefrei erreichbar. Da wird für die Abendvorführungen keinen Eintritt nehmen, es also keine Kinotickets gibt, sind Reservierungen leider nicht möglich. Was bei über 200 Plätzen in den Saal aber kein Problem sein sollte. Übrigens: Wer trotzdem etwas Geld geben möchte, kann dies nach dem Film tun. Dann stellen wir eine Spendenbox auf.

Ansonsten verweisen wir darauf, dass zum jeweiligen Filmtermin die dann gültigen Corona-Schutzvorschriften gelten. Für den Besuch eines Films sind der Nachweis einer Impfung oder ein mitgebrachtes negatives Testergebnis obligatorisch. Wir freuen uns über zahlreiche Besucher*innen!

Das Programm als pdf

 

Der Geschichte Gesicher geben (27.10.2021)

»Der Geschichte Gesichter geben«, so heißt der Film des Bünder Filmemachers Norbert Kaase. Er dokumentiert die Arbeit einer Arbeitsgemeinschaft am ›Gymnasium am Markt‹ in Bünde, die sich über zwei Jahrzehnte intensiv mit der jüdischen Geschichte in Bünde beschäftigt hat. Dabei entstanden Begegnungen zwischen drei Generationen. Schüler*innen tauschten sich mit älteren Bürger*innen in Bünde aus, sie reisten auch in die USA und besuchten HolocaustÜberlebende und ihre Nachfahren. Einige von ihnen kamen daraufhin nach Bünde zur Einweihung der Syngogen-Gedenktafel. Die kontinuierliche Arbeit über zwei Jahrzehnte hat viel bewegt.

Maßgeblich für den Erfolg war Christina Jaffe (vormals Whitelaw), die, inzwischen pensioniert, als Lehrerin am Gymnasium immer wieder neue Generationen von Schüler*innen für das Projekt begeistern konnte. Nach drei Jahren Schnitt ist der 85-minütige Dokumentarfilm nun fertig. Erstmals wird der für die neuere Bünder Geschichte zentrale Film – der zeigt, wie sich lokale Geschichte durch Recherche, Vernetzung und persönliche Kontakte engagiert bearbeiten lässt – nun öffentlich aufgeführt. Im Anschluss an die Vorführung besteht die Möglichkeit, mit den Filmemacher*innen ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen.
 

Filmpartner*innen // Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in Ostwestfalen-Lippe Die Mobile Beratung bietet Beratung, Qualifizierung und Begleitung für die Themenbereiche Rechtsextremismus und Rassismus in ganz OWL. Sie wird aus Landes- und Bundesmitteln finanziert.

NRWeltoffen Die Fachstelle NRWeltoffen unterstützt zivilgesellschaftliche Initiativen, Institutionen & Projekte im Kreis Herford bei der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Rassismus.

Mittwoch, 27. Oktober, 19.30 Uhr, Universum, Eintritt frei, Austritt erwünscht


 

Der Mauretanier (01.11.2021)

Mohamedou wird nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in Mauretanien festgenommen und ohne formelle Anklage ins Internierungslager nach Guantanamo  verschleppt. Die US-Regierung wirft ihm vor, mit den Attentätern zusammengearbeitet zu haben. Nancy Hollander wird Mohamedous Rechtsanwältin und begreift, dass seine Geständnisse durch Folter erzwungen wurden.

Der aktuelle 130-minütige Spielfilm von Kevin McDonold basiert auf dem Guantanamo-Tagebuch von Mohamedou Ould Slahi. Jodie Forster spielt darin die Rechtsanwältin. Der Film ist eine gelungene Mischung aus Polit-Thriller und Justiz-Drama. Ausgangspunkt ist eines der Schlüsselereignisse des bisherigen 21. Jahrhunderts, der Anschlag vom 11. September. Die Folgen waren unter anderem der Krieg in Afghanistan und das höchst umstrittenes Lager in Guantanamo, welches bis heute existiert.

Filmpartner // Amnesty International Gruppe Herford Auf der Grundlage der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wendet sich Amnesty International gegen schwer wiegende Verletzungen der Rechte eines jeden Menschen auf Meinungsfreiheit, auf Freiheit von Diskriminierung sowie auf körperliche und geistige Unversehrtheit.

IPPNW / Ärzte in sozialer Verantwortung Im Arbeitskreis Flüchtlinge/Asyl der IPPNW werden besonders die medizinischen Aspekte der Flüchtlingspolitik kritisch bearbeitet, zum Beispiel Folterfolgen, Traumatisierung, Altersdiagnostik, Reisetauglichkeit, Gesundheitsversorgung für Menschen ohne Papiere www.ippnw.de

Flüchtlingsbegleiter-Friedensgruppe Herford Diese Gruppe hat unter anderem das Ziel, Geflüchteten bei angstbesetzten Behördengängen zur Seite zu stehen sowie ihnen den Inhalt von Amtsdeutsch-Papieren zu erklären.

Montag, 1. November 2021, 19.30 Uhr, Universum, Eintritt frei, Austritt erwünscht


 

Der globale Rausch (10.11.2021)

Alkohol hat einen noch immer viel zu guten Ruf: Kaum eine Feier ohne Bier oder andere alkoholische Getränke. Die Industrie, die dahintersteht, schafft es nach wie vor, dass ihre Produkte nicht als Drogen gelten. Weltweit gesehen steigt der Konsum alkoholischer Getränke rasant. Hersteller freuen sich über gigantische neue Absatzmärkte in China und Indien. Gleichzeitig bezahlen jährlich drei Millionen Menschen den anhaltenden Gebrauch des Alkohols mit dem Leben.

Grimmepreisträger Andreas Pichler wirft in seinem 90-minütigen aktuellen Dokumentarfilm einen Blick hinter die Kulissen der industriellen Alkoholproduktion und ihrer Marketingstrategien, die politische Ansätze, den Missbrauch einzudämmen, systematisch verhindern. Neben ehemaligen Alkoholiker*innen kommt eine Vielzahl von Expert*innen zu Wort. An dem Filmabend in Bünde stehen Mitarbeiter*innen des Blauen-Kreuz Ortsvereins Eilshausen für mehr Informationen und – falls gewünscht – eine Diskussion nach dem Film bereit.

Filmpartner // Volkshochschule im Kreis Herford (VHS) Als kommunales Weiterbildungszentrum bietet die VHS im Kreis Herford umfassende Möglichkeiten zur allgemeinen, politischen, beruflichen, gesundheitlichen, kulturellen und sprachlichen Weiterbildung.

Mittwoch, 10. November, 19.30 Uhr, Universum, Eintritt frei, Austritt erwünscht


 

Quo vadis, Aida? (15.11.2021)

Bosnien, Juli 1995. Aida ist Übersetzerin für die Vereinten Nationen in der Kleinstadt Srebrenica. Als die serbische Armee die Stadt einnimmt, gehört ihre Familie zu den Tausenden von Menschen, die im UN-Lager Schutz suchen. Als Dolmetscherin in den Verhandlungen hat Aida Zugang zu entscheidenden Informationen. Sie versucht dabei, Lügen und Wahrheiten auseinanderzuhalten, um herauszufinden, wie sie ihre Familie und ihre Mitbürger*innen retten könnte. Der Film erzählt die Tage vor dem Massaker von Srebrenica nach. Mehr als 8000 Zivilisten wurden von der bosnisch-serbischen Armee ermordet und in Massengräbern verscharrt. Es gilt als das schwerste Kriegsverbrechen in Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs.

Der  103-minütige Spielfilm, der in diesem Jahr veröffentlicht wurde, fällt keine moralischen Urteile, verzichtet weitestgehend darauf, Gräuel darzustellen. Er zeige aber, wie Kriegsverbrechen sich in die Mimik einbrenne, schreibt Elisabeth von Thadden in der ›Zeit‹. Die ›Washington Post‹ urteilte: Ein atemberaubender Spielfilm.

Filmpartner // Arbeit und Leben im Kreis Herford DGB/VHS Als Bildungseinrichtung veranstaltet Arbeit und Leben unter anderem Seminare für Mitarbeitervertretungen, Personal- und Betriebsräte. Darüber hinaus engagiert sich Arbeit und Leben in weiteren Projekten beispielsweise gegen Rechtsextremismus. www.aulherford.de

ver.di-Regionalvorstand Herford Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ist vor allem in den Dienstleistungsbranchen aktiv und vertritt die Interessen der Beschäftigten in Betrieben und Verwaltungen.

Montag, 15. November 2021, 19.30 Uhr, Universum, Eintritt frei, Austritt erwünscht


 

Kino am Nachmittag: Die Blumen von gestern (17.11.2021)

Chris Kraus, der Regisseur des 2016 erschienen Spielfilms beschäftigte sich schon lange mit seiner Familiengeschichte. Dabei fand er heraus, dass sein Großvater an der Ermordung zahlreicher Juden beteiligt war. Bei seinen Recherchen traf er auch auf Nachkommen von Holocaust-Opfern. Daraus entstand die Grundidee zum Film, das Thema Holocaust aus der Perspektive der dritten Generation zu beleuchten. Der preisgekönte Film begeisterte; teilweise wurde jedoch kritisiert, dass der im Film durchaus vorhandende Humor nicht zu dem so schweren Thema Holocaust passe. Auf jeden Fall ein sehenswerter Film.
 

Filmpartner // ver.di-Regionalvorstand Herford Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ist vor allem in den Dienstleistungsbranchen aktiv und und vertritt die Interessen der Beschäftigten in Betrieben und Verwaltungen.

Mittwoch, 17. November 2021, 15 Uhr, Universum, Film mit Eintritt (3,- Euro)


 

Harriet (22.11.2021)

Harriet ist ein bildstarkes Stück Geschichte, die Geschichte einer Sklavin, die im 19. Jahrhundert irgendwo in Maryland in den USA schuften muss. Nach dem Tod ihres Besitzers flieht sie, wird aber vom Sohn des ehemaligen Besitzers verfolgt, der sich in sie verliebt hat. Doch Araminta Ross, die sich nach ihrer gelungenen Flucht einen neuen Namen gibt, plagen ganz andere Probleme: Sie hat ihre Familie zurückgelassen.

Der Film aus dem Jahr 2019 erzählt in zwei Stunden eine bewegende Biografie, eine starke Frauengeschichte. Der ›Guardian‹ bescheinigte dem Regisseur Kasi Lemmons, eine Geschichte zu erzählen, die Sklaverei nicht als tragische und unveränderliche Tatsache akzeptiert, sondern Menschen zeigt, die Maßnahmen gegen diese ergriffen haben.

Filmpartnerinnen // Arbeitsgemeinschaft kommunaler Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Herford / Frauen- und Mädchenprojekte im Kreis Herford
Die Arbeitsgemeinschaft kommunaler Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Herford setzen sich innerhalb und außerhalb der Kommunalverwaltungen für die Gleichstellung und Chancengleichheit von Frauen und Männern ein. Die Mitarbeiterinnen der Frauen- und Mädchenprojekte beraten und begleiten Frauen und Mädchen therapeutisch in krisenhaften Lebenssituationen.

Montag, 22. November 2021, 19.30 Uhr, Universum, Eintritt frei, Austritt erwünscht


 

Film vorab: The Beauty

The Beauty von Pascal Schelbli ist eine poetische Reise in knapp fünf Minuten durch eine faszinierende Unterwasserwelt, in der Plastik und Natur verschmelzen.