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über gehen – 13. Herforder Filmtage

Die 13. Herforder Filmtage stehen unter der Überschrift "über gehen". Sie laufen vom 29. Oktober bis 3. Dezember 2018 im Herforder Capitol-Kino, Elisabethstraße 1A, jeweils montags abends um 19.30 Uhr.Wir haben wieder einige spannende und aktuelle Spiel- und Dokumentarfilme zusammengestellt, die darauf warten, in Herford gesehen zu werden. Wie immer, nehmen wir keinen Eintritt, um möglichst vielen Menschen den Besuch zu ermöglichen, freuen uns aber über einen Austritt, also eine Spende beim Verlassen des Kinos.

Die Vorführungen finden in einem Saal im Erdgeschoss statt, dieser ist barrierefrei zu erreichen. Der Saal hat ungefähr 50 Plätze. Reservierungen sind leider nicht möglich. Wir hoffen, wir sehen uns bei den Filmen.

Das Programm als pdf

 

Windriver (29.10.2018)

Windriver ist ein Thriller und auch ein bißchen ein Western. Er zeigt eine Welt, »in der keiner geworden ist, zu dem er gern werden wollte«, schreibt Christoph Schröder auf ›Zeit Online‹.

Cory Lambert, Mitarbeiter des United States Fish and Wildlife Service, entdeckt er bei seiner Tour im Indianerreservat »Wind River« in Wyoming im Schnee die Leiche von Natalie. Sie war die beste Freundin von Lamberts Tochter, die unter ähnlichen Umständen getötet wurde. Der Mörder konnte nie ermittelt werden. Eine FBI-Agentin, die gerade in der Nähe ist, und der schweigsame Lambert versuchen den Mord aufzuklären. Vor einer atemberaubenden Landschaft erzählt der Film von der sozialen Lage im Reservat, die geprägt ist durch Armut, ethnische Konflikte und sexualsisierte Gewalt.

Christoph Schröder schreibt weiter, der Film von Taylor Sheridan entwickele bereits nach kurzer Zeit »einen Sog, dem man sich schwer entziehen kann, und begleitet vom hypnotischen Soundtrack von Warren Ellis und Nick Cave verdichteten sich Bilder, Klänge und Natur zu einem unheimlichen Szenario«.
Der Film wurde mit dem Regiepreis der Sektion Un Certain Regard in Cannes ausgezeichnet. Großartiges Kino! FSK 16

Mehr zum Film: www.wildbunch-germany.de/movie/windriver

Filmpartner // Arbeit und Leben im Kreis Herford DGB/VHS Als Bildungseinrichtung veranstaltet Arbeit und Leben unter anderem Seminare für Mitarbeitervertretungen und Betriebsräte. Darüber hinaus engagiert sich Arbeit und Leben in weiteren Projekten beispielsweise gegen Rechtsextremismus.

ver.di-Ortsverein Herford. Die Vereinte Dienstleistungsgewerk-schaft ist vor allem in den Dienstleistungsbranchen aktiv und und vertritt die Interessen der Beschäftigten in Betrieben und Verwaltungen.

Montag, 29. Oktober, 19.30 Uhr, Capitol-Kino, Eintritt frei, Austritt erwünscht

 

Das gute Leben (05.11.2018)

»La buena vida – Das gute Leben« ist ein Dokumentarfilm von Jens Schanze aus dem Jahr 2015. Der Film thematisiert die menschenlichen Folgen des Kohleabbaus in Kolumbien.

Die Wayúu-Gemeinschaft Tamaquito in den Wäldern im Norden Kolumbiens lebte bislang im Einklang mit der Natur. Doch ihr Dorf soll einem gewaltigen Kohletagebau weichen, um Energie zu gewinnen. Verkauft wird die Steinkohle unter anderem nach Deutschland. Der Kohlekonzern Cerrejón zwingt die Dorfgemeinschaft zur Umsiedlung. Die lockt die Menschen mit einem neuen Dorf, mit modernen Unterkünften und Leitungswasser. Das Engagement des Konzerns für die Menschen lässt nach der Umsiedlung jedoch schlagartig nacht.

Der auch visuell herausragende Dokumentarfilm begleitet den Prozess der Umsiedlung. Die Menschen werden nicht nur aus einer vertrauten Umgebung herausgerissen, sondern in eine Gegend verfrachtet, die sich als trostlos und unfruchtbar herausstellt. Der Film stellt die Menschen in den Vordergrund. Zugleich vermittelt er, dass es den beteiligten Konzeren vor allem um Profit geht. Das ist nicht neu. Aber der Film erzählt das Thema sehr eindrucksvoll. Der 97-minütige Film erhielt eine ganze Reihe von Filmpreisen und ist äußerst sehenswert.
Mehr zum Film: www.dasguteleben-film.de

Filmpartner //Volkshochschule im Kreis Herford (VHS). Als kommunales Weiterbildungszentrum bietet die VHS im Kreis Herford umfassende Möglichkeiten zur allgemeinen, politischen, beruflichen, gesundheitlichen, kulturellen und sprachlichen Weiterbildung. www.vhsimkreisherford.de

Montag, 5. November, 19.30 Uhr, Capitol-Kino, Eintritt frei, Austritt erwünscht

 

The Idealist (12.11.2018)

1968 stürzt ein amerikanischer B52-Bomber über dänischem Hoheitsgebiet im grönländischen Thule nahe eines US-Luftwaffenstützpunktes ab und wird kurz darauf als Atomunfall deklariert. Die Verantwortlichen beteuern, die Situation unter Kontrolle zu haben. Nach den acht Monate andauernden und aufwendigen Aufräumarbeiten sind das Flugzeugwrack sowie das mit Plutonium kontaminierte Gletschereis beseitigt und der Fall wird zu den Akten gelegt.

Erst dem Journalisten Poul Brink (Peter Plaugborg) fallen 18 Jahre danach Ungereimtheiten auf. Unter der Eiskappe in Grönland und in den Archiven der US-Regierung scheint die bittere Wahrheit über den Absturz zu liegen. Also beginnt der Reporter mit der Recherche und zieht dabei allzu bald die Aufmerksamkeit der Verantwortlichen des Unfalls auf sich – und die sehen seine ersten erfolgreichen Enthüllungen gar nicht gern.

Der 114-minütige Thriller entstand 2015. Regie führte Christina Rosendahl. Der Film basiert auf den wahren Begebenheiten über den Absturz einer B-52 nahe der Thule Air Base und den damit verbundenen Nachforschungen des dänischen Journalisten Poul Brink. Spannendes und zugleich anspruchsvolles Kino.

Filmpartner // IPPNW / Ärzte in sozialer Verantwortung. Im IPPNW-Arbeitskreis Flüchtlinge/Asyl werden besonders die medizinischen Aspekte der Flüchtlingspolitik kritisch bearbeitet, z.B. Traumatisierung, Folterfolgen, Reisetaug-lichkeit, Altersdiagnostik, Behandlung von Menschen ohne Papiere.

 Montag, 12. November, 19.30 Uhr, Capitol-Kino, Eintritt frei, Austritt erwünscht

 

The Immigrant (19.11.2018)

1921 kommen die Schwestern Ewa und Magda in Ellis Island in den Vereinigten Staaten an. Sie hoffen auf ein besseres Leben, nachdem sie ihrem verwüsteten Elternhaus im Nachkriegspolen entfliehen konnten. Magda kommt wegen einer Lungenkrankheit in Quarantäne. Ewa wird fast zurückgeschickt, aber Bruno wird auf sie aufmerksam und bemerkt, dass sie fließend Englisch spricht. Er bringt einen Beamten dazu, sie bleiben zu lassen und nimmt sie mit zu seinem Haus. Er lässt sie im Bandits’ Roost Theater tanzen und prostituiert sie. Als sie eines Tages dessen Cousin, den Magier Orlando (Jeremy Renner), kennenlernt, verliebt sie sich in ihn. Sie sieht in ihm ihre Chance, dem Albtraum zu entfliehen.

Regisseur James Gray ist mit »The Immigrant« eine packender Film gelungen. Durch die Geschichte seiner eigenen Familie inspiriert, zeigt James Gray ein intensives Melodram, das zugleich ein Schlaglicht wirft auf die Lebensbedingungen der damaligen Immigranten. Und das auch mit aktuellen Bezügen gesehen werden kann. Glänzend agieren die Schauspieler. Den 117-minütige Film zeigen wir in einer deutsch synchronisierten Fassung (dies gilt auch für die anderen Filme unserer Reihe mit englischen Titeln). FSK 12

Filmpartnerin // Arbeitsgemeinschaft kommunaler Gleichstellungsstellen / Frauen- und Mädchenprojekte
im Kreis Herford
Die Gleichstellungs- und Frauenbeauftragten im Kreis Herford setzen sich innerhalb und außerhalb der Kommunalverwaltungen für die Gleichstellung und Chancengleichheit von Frauen und Männern ein. Die Mitarbeiterinnen der Frauen- und Mädchenprojekte beraten und begleiten Frauen und Mädchen therapeutisch in krisenhaften Lebenssituationen.

 Montag, 19. November, 19.30 Uhr, Capitol-Kino,Eintritt frei, Austritt erwünscht

 

Das grüne Gold (26.11.2018)

Weltweit wächst die kommerzielle Nachfrage nach Anbauflächen für den globalen Markt. Eine der lukrativsten neuen Flächen ist Äthiopien. In der Hoffnung auf große Exporteinnahmen verpachtet die äthiopische Regierung Millionen Hektar Land an internationale Investoren. Ein Folge: Zwangsumsiedlungen riesigen Ausmaßes, über eine Million Kleinbauern verlieren ihre Lebensgrundlage, die Böden werden überfordert. Zu dieser Entwicklung tragen Milliarden Dollar Entwicklungshilfe von Institutionen wie der EU und Weltbank bei. Und wer sich in den Weg stellt, erfährt die harte Hand der Regierung.

Der erschreckenden Wahrheit auf der Spur trifft der schwedische Regisseur Joakim Demmer auf Investoren, Entwicklungsbürokraten, verfolgte Journalisten, kämpfende Umweltaktivisten und vertriebene Bauern. Ein 82-minütiger Real-Thriller aus dem Jahr 2016, der von den scheinbar entlegenen Ecken Äthiopiens über die globalen Finanzmetropolen direkt auf unseren Esstisch führt. Original mit Unterton (OMU).

Filmpartner // Amnesty International Gruppe Herford
Amnesty International ist eine weltweit agierende und unabhängige Mitgliederorganisation. Auf der Grundlage der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wendet sich Amnesty International gegen schwer wiegende Verletzungen der Rechte eines jeden Menschen auf Meinungsfreiheit, auf Freiheit von Diskriminierung sowie auf körperliche und geistige Unversehrtheit.

Montag, 26. November 2018, 19.30 Uhr, Capitol-Kino, Eintritt frei, Austritt erwünscht

 

Deportation Class (03.12.2018)

Sie kommen in der Nacht, sie reißen Familien aus dem Schlaf und setzen sie in ein Flugzeug: Zuführkommandos von Polizei und Ausländerbehörden haben alleine 2016 25.000 Asylbewerber aus Deutschland abgeschoben. Doch was bedeutet eine Abschiebung eigentlich?

Der 85-minütige Dokumentarfilm, der 2017 in die Kinos kam, zeichnet ein umfassendes Bild dieser staatlichen Zwangsmaßnahmen: Von der Planung einer Sammelabschiebung über den nächtlichen Großeinsatz in den Unterkünften der Asylbewerber bis zu ihrer Ankunft im Heimatland und der Frage, was die Menschen dort erwartet.

Erstmals hatten die Regisseure Carsten Rau und Hauke Wendler, die zu diesem Thema bereits den mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilm ›Wadim‹ realisierten, den wir im Rahmen unserer Filmreihe vor einigen Jahren auch in Herford zeigten, die Möglichkeit, eine Sammelabschiebung zu filmen. Bewegende, teils schockierende Bilder.

Der Film gibt auch denjenigen ein Gesicht und eine Stimme, die in den Fernsehnachrichten nicht zu Wort kommen: Menschen wie Gezim, der in Deutschland auf eine bessere Zukunft für seine Kinder hoffte und ohnmächtig zusehen muss, wie sein Traum zerplatzt. Oder die Familie von Elidor und Angjela, die vor der Blutrache flüchten musste und nach der Abschiebung in Albanien ins Bodenlose stürzt. »Das filmische Standardwerk zum Thema Asyl«, schreibt Spiegel Online. Der Film erhielt zahlreiche Preise. Mehr zum Film: www.deportation-class-film.de

Filmpartner // Flüchtlingsbegleiter- / Friedensgruppe Herford. Die Flüchtlingsbegleitergruppe hat unter anderem das Ziel, Flüchtlingen bei angstbesetzten Behördengängen zur Seite zu stehen. Flüchtlingsbegleitgruppe

Montag, 3. Dezember 2018, 19.30 Uhr, Capitol-Kino, Eintritt frei, Austritt erwünscht

 

Kino am Nachmittag: Willkommen bei den Hartmanns (14.11.2018)

Großes Kino, unter anderen mit Senta Berger: Das Haus einer Familie füllt sich, unter anderem mit einem Flüchtling, den die Familie aufnimmt. Auch die ziellose Tochter und der Sohn ziehen wieder ein. In der Komödie durchlebt die Familie durch die ungewohnte Situation in ihrem Haus lauter Wirrungen und Turbulenzen. 112-minütiges Wohlfühlkino von 2016. Eine Vorführung vor allem, aber nicht nur, für Seniorinnen und Senioren.

Filmpartner // ver.di-Ortsverein Herford. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ist vor allem in den Dienstleis-tungsbranchen aktiv und und vertritt die Interessen der Beschäftigten in Betrieben und Verwaltungen. hermi.verdi.de

Mittwoch, 14. November 2018, 15 Uhr, Capitol-Kino, Film mit Eintritt (3,- Euro)

 

Film vorab: Wert der Arbeit

Im Vorprogramm zeigen wir den Kurzfilm »Wert der Arbeit«. Nacht für Nacht kehrt Bodo die Straßen der Großstadt - gewissenhaft und ohne dass es jemand bemerken würde. Angezogen von elektronischen Bässen und dem Leuchten einer Vernissage, macht er inmitten der fremden Welt eine vertraute Entdeckung und entschließt sich dazu, nicht mehr unsichtbar zu sein. Der Kurzfilm von Andreas Nicolai entstand 2015 und lief auf verschiedenen Festivals im In- und Ausland und gewann mehrere Preise.