Bildung unterwegs 2020

Aktuell stellen wir die Unterlagen für die einzelnen Bildung-unterwegs Angebote zusammen. Wir können sie erst ab dem 10. Januar 2020 verschicken.

Weimar: 100 Jahre Bauhaus (11.-15.11.2019)

Das »Staatliche Bauhaus« in Weimar war vom Gründer Walter Gropius als eine Arbeitsgemeinschaft gedacht, in der die Unterscheidung zwischen Kunst und Handwerk aufgehoben werden sollte. Durch ihr Schaffen wollten die Mitarbeitenden des Bauhauses gesellschaftliche Unterschiede beseitigen. Als Konzept erlangte das Bauhaus internationale Bedeutung und beeinflusste Architektur, Gestaltung und Kunst weltweit. Als erste Wirkungsstätte des Bauhauses ist Weimar ein zentraler Ort des Jubiläums 2019.

Im Rahmen von Exkursionen und Stadtführungen erkunden wir die künstlerische und politische Bedeutung dieses Konzepts. Beleuchtet wird das Verhältnis des Bauhauses zum nationalsozialistischen Deutschland (Besuch des KZ Buchenwald) und zur stalinistischen  Sowjetunion. Die Autorin und Architektin Ursula Muscheler stellt anhand ihres Buches »Das rote Bauhaus« (Berenberg Verlag Berlin 2016) den Weg deutscher Architekten ins sowjetische Exil vor und erzählt deren Geschichte von Engagement, Hoffnungen und Scheitern.

Einige Programmpunkte

  • Stadtführung mit Schwerpunkt Bauhaus-Stätten in Weimar
  • Besichtigung des Bauhausmuseums
  • Besichtigung KZ Buchenwald
  • »Das rote Bauhaus: eine Geschichte von Hoffnung und Scheitern« (Ursula Muscheler)
  • Bauhaus Dessau Roßlau (Fahrt/Exkursion mit dem Bus)

Kosten 510,- Euro im Doppelzimmer (570,- Euro im Einzelzimmer) inklusive Halbpension, Eintritte und Transporte vor Ort

Ort  Bildungsstätte im Wielandgut, Oßmannstedt

 

Marseille – Fluchtort und Rettungshafen (29.03.-04.04.2020)

Marseille war jahrhundertelang ein Hafen für Menschen aus allen Ländern die Zuflucht suchten, eine neue Heimat finden wollten oder auf der Durchreise waren. Besondere Bedeutung erlangte Marseille in den Jahren der nationalsozialistischen Besatzung als zahlreiche Exilant*innen aus Deutschland, Österreich und anderen besetzten Staaten versuchten von Marseille aus in die Freiheit zu gelangen. 

Eine wichtige Rolle für die Rettung Geflüchteter spielt Varian Fry, der im Auftrag amerikanischer Hilfsorganisationen zahlreichen Menschen die Flucht über das Meer oder die Grenze nach Spanien ermöglichte.
Wir werden in diesem Bildungsurlaub auf den Spuren Anna Seghers und Varian Frys historische Aspekte von Flucht und Emigration erkunden, uns aber auch mit der  aktuellen  politischen und sozialen Situation der Migrant*innen auseinandersetzen.

Einige Programmpunkte

  • Exilstadt Marseille – auf den Spuren von Anna Seghers und Varian Fry
  • Besichtigung der nationalen Gedenkstätte im Lager »Les Milles« in Aix en Provence
  • Treffen mit Vertretern von La Cimade. Die älteste und umfangsreichste Flüchtlingshilfsorganisation in  Frankreich, die noch heute aktiv ist
  • Rundgang durch die  Altstadt Marseilles – zwischen Einwandererkultur  und moderner Architektur

Kosten   650,- Euro im Doppelzimmer (790,- Euro im Einzelzimmer) inklusive Halbpension, alle Stadtführungen, Museumsbesuch Les Milles, Übersetzungen und Transporte vor Ort      

Ort  Hotel Grand Prado, Marseille

Termin 29.03.-04.04.2020

online anmelden

 

Thessaloniki: Erinnerungen an die deutsche Besatzung Griechenlands (17.05.-22.05.2020)

Über 300.000 Menschen fielen in Griechenland dem Besatzungsregime der Nationalsozialisten zum Opfer, neun von zehn Jüdinnen und Juden wurden in Vernichtungslager deportiert. Erst nach dem Ende der Militärdiktatur zu Beginn der 1970er Jahre begann eine öffentliche Auseinandersetzung mit der Zeit der deutschen Besatzung. Aspekte der Geschichte, die mit einer griechischen Identität in Konflikt treten können, wie beispielsweise Fragen der Kollaboration mit den Nazis und die Deportation der griechischen Jüdinnen und Juden, sind dabei bis heute umstritten.

In Thessaloniki mit seiner jahrhundertelangen jüdischen Geschichte können die Konflikte in der griechischen Erinnerungskultur im städtischen Raum erfahren  werden. Seit dem 100. Geburtstag der Stadt unter griechischer Herrschaft 2012 erhielt die Auseinandersetzung mit der Geschichte der deutschen Okkupation und des Holocaust mehr Aufmerksamkeit. 

Einige Programmpunkte

  • Stadtrundgang zur jüdischen Geschichte und zum Holocaust mit der Historikerin Rena Molho
  • Besuch der Kleinstadt Chortiatis und des Mahnmals zur Erinnerung an das Massaker der Wehrmacht an der Zivilbevölkerung des Dorfes
  • Treffen mit der erinnerungspolitischen Initiative vor Ort

Kosten 590,- Euro im Doppelzimmer (650,- Euro im Einzelzimmer), inklusive Halbpension, alle Führungen, Eintritte, Transporte vor Ort

Ort  Parkhotel, Thessaloniki

Termin 17.-22.05.2020

online anmelden

 

 

Amsterdam: Besetzung und Widerstand im Zweiten Weltkrieg (08.-12.06.2020)

Der Widerstand in Amsterdam und Umgebung gegen die deutsche Besetzung der Niederlande im Zweiten Weltkrieg steht bei diesem Bildungsurlaub im Mittelpunkt. Besondere Berücksichtigung findet dabei der Widerstand gegen die Deportation der jüdischen Bevölkerung und gegen die Zwangsarbeit holländischer Staatsbürger*innen. Auch soll die Bereitschaft zu Kollaboration mit der Besatzungsmacht thematisiert werden.

Ein weiterer Schwerpunkt des Seminars sind die psychischen Schwerstbelastungen und die psychischen Ressourcen der im Widerstand aktiven Akteur*innen. Wir nähern uns dem Thema mit Führungen, Gesprächen und Besuchen in Museen und genießen die Stadt mit dem Fahrrad.

Einige Programmpunkte

  • Stadtrundfahrt Amsterdam
  • Besuch des »het joodse historische Museum« mit Führung
  • Besuch des Anne Frank Museums mit Führung
  • Führung durch den Stadtteil »De plantagebuurt« und Besuch verschiedener Gedenkstätten des Widerstandes

Kosten  580,- Euro im Doppelzimmer (670,- Euro im Einzelzimmer), enthält Übernachtung mit Frühstück, Fahrten vor Ort, Eintritte und Führungen.

Ort  a&o Hostel, Amsterdam Zuidoost

Termin  08.- 12. Juni 2020

online anmelden

Lese-Urlaub zum 200. Geburtstag von Friedrich Engels (29.06.-03.07.2020)

Am 28.11.2020 wäre Friedrich Engels – Arbeitskollege, Freund, politischer Weggefährte und nicht zuletzt auch finanzieller Unterstützer von Karl Marx – 200 Jahre alt geworden. Diesen Bildungsurlaub möchten wir seinen Arbeiten zur Dialektik der Natur und der Naturwissenschaften widmen, aus denen wir gemeinsam Ausschnitte lesen werden. Wir möchten beispielsweise fragen:

  • Wie verstehen Marx und Engels das Verhältnis der Menschen zur Natur?
  • Was heißt überhaupt „Dialektik“?
  • Welche Auffassung hatten Marx und Engels von der Theorie und Praxis der Naturwissenschaften ihrer Zeit?
  • Was kann ihre dialektische Theorie der Natur(wissenschaften) zu unserem Verständnis der ökologischen Krise der Gegenwart und der Rolle der naturwissenschaftlichen Forschung in der heutigen Gesellschaft beitragen?

Wir tagen im Kerschensteiner-Kolleg, mitten im „Deutschen Museums“ in München, auf der „Museumsinsel“. Dort werden wir nicht nur Textarbeit betreiben, sondern auch bei zwei thematischen Führungen durch das Museum naturwissenschaftliche Theorien und Praxen genauer kennenlernen. Als Gäste des Museums dürfen wir im Museums-Restaurant frühstücken und zu Sonderkonditionen das Mittagsmenü genießen. Außerdem haben wir jederzeit freien Eintritt.

Alle – ob mit oder ohne philosophische und naturwissenschaftliche Vorkenntnisse – sind herzlich eingeladen.

Programmpunkte

  • Einführung in das Denken von Marx und Engels
  • Gemeinsame Lektüre von Ausschnitten aus Friedrich Engels‘ Schrift „Dialektik der Natur“
  • Eine Vortrags- und eine Experimentalführung durch das Deutsche Museum in München
  • Besuch eines Münchner Brauhauses

Leitung  Eva Bockenheimer, Wiebke Henning

Kosten  Übernachtung mit Frühstück, mit Voranreise am Vortag; einfache Zimmer, Toiletten und Duschen auf dem Gang

Normalpreis: Einzelzimmer: 650,- €, Doppelzimmer: 600,- €

Studierende/Auszubildende (Sonderpreis des Deutschen Museums): Einzelzimmer: 310,- €; Doppelzimmer: 280,- €

Inklusive 2 thematische Führungen durch das „Deutsche Museum“, ganzwöchig kostenloser Eintritt, 30% Ermäßigung auf alle Gerichte im Museums-Restaurant, 1 Abendessen in einem Münchner Brauhaus, umfangreicher Seminarreader

Ort  Deutsches Museum: Kerschensteiner Kolleg, München

Termin  29.06.-03.07.2020   

online anmelden

Natur und Kultur rund um den Teutoburger Wald (22.-26.06.2020)

Natur, Kultur und Geschichte rund um den Teutoburger Wald stehen im Mittelpunkt des fünftägigen Bildungsurlaubs. Ostwestfalen-Lippe wird sowohl durch größere attraktive Städte als auch durch eine reich strukturierte, vielfältige Natur- und Kulturlandschaft geprägt. Dort befinden sich viele kleine geschichtsträchtige Orte sowie ökologisch intakte Naturräume, die dazu einladen, auf Entdeckungsreise zu gehen.

Einige Orte und Landschaften dieser Region werden wir mit dem Fahrrad erkunden. Die Routen führen über bestens ausgebaute, leicht zu bewältigende und verkehrsarme Radwege und streifen dabei viele sehenswerte Zeugnisse der Geschichte dieser Region.

Einige Programmpunkte

  • Besuch des Kreismuseums Wewelsburg
  • Deutschlands größte Heidelandschaft: die Senne
  • Bielefeld: Auf den Spuren der Textilindustrie und ihrer Geschichte / Global Goals Radweg, ein Projekt zur globalen Nachhaltigkeit des Welthaus Bielefeld
  • Ostwestfalen im Krieg: Das Stammlager 326 und die Gedenkstätte in Augustdorf
  • Wanderarbeit im 19. Jahrhundert: Das Ziegeleimuseum in Lage

Kosten 410,- Euro im Doppelzimmer (490,- Euro im Einzelzimmer, 250,- Euro ohne Unterkunft), inklusive Halbpension, Programm vor Ort

Ort Jugendgästehaus, Bielefeld

Termin 22.-26.06.2020

online anmelden

Frankreichs Neue Linke (27.09.-03.10.2020)

Die spontane Protestbewegung von StudentInnen und ArbeiterInnen in Frankreich, die wir als „Mai 68“ kennen, war die wohl heftigste Erschütterung, die eine kapitalistische Gesellschaft jemals erlebt hat. Nach dem 2. Weltkrieg hatte sich in Frankreich eine „Neue Linke“ gebildet, zu der Intellektuelle wie Jean Paul Sartre und Albert Camus oder kleine, aber einflussreiche Gruppen wie Socialisme ou Barbarie und die Situationistische Internationale zu zählen sind. Sie lehnten den Kommunismus der UDSSR genauso ab wie die entfremdeten gesellschaftlichen Verhältnisse des Kapitalismus. Nach dem Ende der Kommunistischen Internationale 1991 prognostizierte 2007 eine Gruppe der autonomen Linken den Zusammenbruch des Kapitalismus. Die Aufstände kamen, aber ein erneuter Aufschwung löste vorübergehend die Wachstumskrise.

Ziel der  Veranstaltung ist nicht nur eine Aufarbeitung und (Wieder-)Entdeckung kritischer linker Theorie. Diskutiert werden soll auch die Frage, inwieweit der emanzipatorische Gehalt dieser Denkansätze der „Neuen Linken“ eine Orientierung bieten kann für die Probleme der Gegenwart und die Überwindung des Kapitalismus.  

Einige Programmpunkte

  • Die Kontroverse zwischen Sartre und Camus: Gerd Stange (Edition Contrabass)
  • Die Gruppe Socialisme ou Barbarie: Andrea Gabler, Autorin des Buchs „Antizipierte Autonomie“, Harald Wolf (Verein für das Studium und die Förderung der Autonomie)
  • Die Situationisten: Hanna Mittelstaedt (Mitbegründerin Edition Nautilus)
  • Das Unsichtbare Komitee: Elmar Schmeda, Übersetzer der französischen Ausgabe von „Der kommende Aufstand“

Leitung: Gerd Stange (Edition Contrabass), Hermann Bueren (Arbeit und Leben im Kreis Herford DGB/VHS e.V.)

Kosten 640,- Euro im Einzelzimmer,inklusive Vollverpflegung

Unterkunft FIEF, La Begude de Mazenc (nahe Montelimar)

Termin 27.09. - 03.10.2020

online anmelden​​​​​​​

Amsterdam: Paradies ohne Palmen (02.-06.11.2020)

Schon im Frühkapitalismus war Amsterdam eine Stadt, in der die Geldaristokratie das Sagen hatte. Zahllose Bauten und Stadtpaläste bezeugen Reichtum und Macht der reichen Kaufleute.

Heute sind es zahllose Briefkastenfirmen und die Finanzzentralen großer Konzerne, die Amsterdam als Standort zur Steuervermeidung und Gewinnverlagerung nutzen. Laut der niederländischen Zeitung "De Correspondent" flossen Gewinne in Höhe von fast 500 Milliarden Euro in den letzten Jahren in die Niederlande und nach Amsterdam. Viele ihrer Aktivitäten sind völlig legal, weil es der nationale und europäische Rechtsrahmen ermöglichen.

Dieser Bildungsurlaub besteht aus Rundgängen, Vorträgen und Exkursionen. Wir besichtigen die Patrizierhäuser des 16. Jahrhunderts und befassen uns mit der Kolonialgeschichte der Stadt am Beispiel von Multatuli. Kritisch diskutiert wird Rolle und Bedeutung der Finanzindustrie im Kontext der Geschichte und Gegenwart Amsterdams und der Europäischen Union.

Einige Programmpunkte

  • Amsterdam im 16. Jahrhundert, Metropole einer Weltmacht (Stadtbesichtigung)
  • Beispiel Jan Six: Der Aufstieg einer Patrizierfamilie
  • Das niederländische Kolonialreich: Das Multatulimuseum
  • Wie Steuervermeidung und Steuerparadiese funktionieren
  • Stadtrundgang: Amstedam-Zuidost, die Heimat der Firmenzentralen und Konzerne

Kosten  580,- Euro im Doppelzimmer (670,- Euro im Einzelzimmer), enthält Übernachtung mit Frühstück, Fahrten vor Ort, Eintritte und Führungen.

Ort  a&o Hostel, Amsterdam Zuidoost

Termin  02.- 06. November 2020

online anmelden

 

 

Bitte beachte(n) (Sie) unsere Geschäftsbedingungen. Darin gibt es auch eine Regelung für den Fall eines Rücktritts vor Fahrtbeginn (hier als pdf).